Unternehmensgeschichte

Wenn der Onkel zweimal klingelt

Zweimal kurz hintereinander, so klingelte Simon Kühns Onkel jedes Mal, wenn er vorbeikam. Das war jetzt öfter als früher, denn Simon nahm für seinen in der Schweiz lebenden Onkel Pakete an. Der bestellte nämlich liebend gern im preiswerten Deutschland, hatte aber wenig Lust die hohen Versandkosten in die Schweiz und die opulenten Zollgebühren zu zahlen. So kam ihm der Freundschaftsdienst seines Neffen, der grenznah in Bad Säckingen wohnte, sehr recht. Und Simon Kühn tat seinem Onkel gern diesen Gefallen.

Die lieben Kollegen

Simons Onkel erzählte seinen Arbeitskollegen von der Sache. Und da die ebenfalls ungern Versandkosten und Zollgebühren zahlten, baten sie den Onkel: „Kann der Simon wohl auch für uns ausnahmsweise Mal ein Paket annehmen?“

Simon willigte ein, doch das hatte Folgen.

Wohnung oder Lager?

Bald schon stapelten sich 30 bis 50 Pakete pro Woche in Simons Wohnung. Gemütliches Wohnen sah anders aus. Doch die Sache sein lassen, wollte er nicht. Vielmehr kam ihm dadurch eine Geschäftsidee. Warum aus dem Freundschaftsdienst keine Dienstleistung machen? Der Bedarf war definitiv da und Angst, dass er damit scheitern könnte – nein, die gab es nicht. Simon Kühn glaubte an seine Idee.

40 Quadratmeter und eine selbstgebaute Theke

Im Januar 2012 gründete er MyPaketshop, wobei die Anfänge bescheiden waren. Er mietete sich einen 40 Quadratmeter großen Raum in einem Gewerbegebiet mit bester Verkehrsanbindung zum Grenzübergang in Bad Säckingen. Er stellte vier Regale hinein und zimmerte mit Freunden eine Theke in den Raum. Die durchschnittlich 10 Pakete, die täglich ankamen, nahm er entgegen, trug sie in den Computer ein und legte sie in den Regalen ab. Dann schrieb er E-Mails an die Empfänger in der Schweiz, über den Eingang ihrer Bestellung.

60 Stunden Wochenarbeitszeit genügen nicht

Da die Deutsche Lieferadresse täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet hatte, stand Simon Kühn wöchentlich 60 Stunden in seinem Geschäft. Doch bald sollte diese Zeit nicht mehr ausreichen, denn der gute Service von MyPaketshop sprach sich rum. Schon nach sechs Monaten hatten sich knapp 1000 Kunden beim Unternehmen angemeldet. So kam es, dass monatlich 800 – 1000 Pakete ankamen. Diese Menge konnte er allein nicht mehr bewältigen, ohne seinen Arbeitstag auf 24 Stunden auszudehnen.

Ein Bekannter seines Bruders

Ein Mitarbeiter musste eingestellt werden. Doch wer? Simon Kühns Bruder arbeitete derzeit in einer Firma und lernte dort einen Mann kennen, der, wie man es so sagt, einiges Pech im Leben gehabt hatte. Er war engagiert und arbeitswillig. Simons Bruder schlug ihn als Mitarbeiter vor. Simon willigte ein und bekam so 2013 seinen ersten Angestellten. Der arbeitet übrigens heute noch im Unternehmen und Simon Kühn möchte ihn keinen Tag missen.

Parallel wuchs die Kundenzahl. 2013 musste ein großer Lagerraum dazu gemietet werden. Der alte Raum diente fortan als Vorraum. So standen MyPaketshop eine Grundfläche von 280 Quadratmetern zur Verfügung.

Laderampe und Online-Service

Da die Paketmengen immer weiter anstiegen, mietete MyPaketshop 2014 eine Laderampe. Jetzt konnten die Lieferungen direkt aus dem LKW entgegengenommen werden. Die bisher einfach gehaltene Webseite wurde überarbeitet und erhielt einen eigenen Kundenbereich. Seit dem können alle Kunden ihre persönlichen Daten verwalten und wissen jederzeit, welche Sendungen eingetroffen sind.

Ein cleveres Lager musste her

2015 wurde ein zweiter Mitarbeiter eingestellt und ein Podest im Lagerraum gebaut. Platz für noch mal knapp 30 Paletten. Soweit schön und gut, allerdings mussten die Mitarbeiter immer noch für jedes Paket einen Durchlaufzettel ausfüllen und jeden Kunden eine Benachrichtigungsmail schreiben. Das war ein Aufwand.

Durchlaufzettel MyPaketshop

Wie viele Informationen die Mitarbeiter bei jedem Paket damals mit der Hand erfassen mussten, zeigt der hier abgebildete Durchlaufzettel.

Ende 2016 / Anfang 2017 wurde deshalb die bisherige Lagerinfrastruktur komplett ausgetauscht, um alle Sendungen noch einfacher entgegen- und ausgeben zu können. Außerdem entwickelte MyPaketshop gemeinsam mit einer Schweizer Programmiererin ein Warenwirtschaftssystem. Es sollten jedoch 400 Arbeitsstunden vergehen, bis es endlich betriebsbereit war.

2017 macht alles einfacher

Mitte 2017 ging schließlich das eigens entwickelte Warenwirtschaftssystem an den Start. Seit dem werden alle Sendungen digital beim Ein- und Ausgang erfasst. Die Benachrichtigung der Kunden geschieht ebenfalls automatisch. So sank der Arbeitsaufwand enorm und die Belegschaft, die inzwischen auf acht angewachsen war, konnte sich vollends auf den Kunden und seine Wünsche konzentrieren.

Information weit über Pakete hinaus

Neben dem neuen Lager wurde auch die Webseite von MyPaketshop nochmals überarbeitet. So konnte der Anbieter der Deutschen Lieferadresse in Bad Säckingen weitere Services seinen Kunden anbieten. Dazu gehört etwa der einmal wöchentlich aktualisierte Blog. Dort werden Artikel rund ums Online-Shopping, den Versand, Zoll und Steuern sowie Kurioses aus dem Alltag von MyPaketshop veröffentlicht. Auch informiert MyPaketshop seit März 2018 einmal im Monat mit seinem Newsletter über alle interessanten Entwicklungen der letzten Zeit.

Die Geschichte von MyPaketshop ist noch lange nicht zu Ende

MyPaketshop setzt aktuell im Jahr über 120.000 Pakete um und wird voraussichtlich gegen Ende 2018 den 10.000 Kunden begrüßen dürfen. Neben dem Inhaber Simon Kühn und seiner Frau gehören zum fest angestellten Team drei Vollzeitkräfte und fünf Minijobber.

Und was ist aus dem Schweizer Onkel geworden?

Der bestellt immer noch gern und viel in Deutschland und nutzt die Dienstleistung seines Neffen mit Begeisterung.

MyPaketshop im Video der Aargauer Zeitung vorgestellt

Den gesamten Bericht der Aargauer Zeitung über MyPaketshop finden Sie hier

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