2021: Mit Kreditkarte online shoppen, wird etwas komplizierter

Das Jahr 2021 macht es etwas aufwendiger, bei deutschen Online-Händlern per Kreditkarte zu zahlen. Schuld daran ist eine EU-Verordnung. Doch das “Aufwendigere” hat einen guten Grund.

Bezahlen per Kreditkarte beim Online-Shopping mit weiterem Schritt – Um was geht es?

Bisher konnten Kund*innen bei deutschen Online-Shops ziemlich einfach per Kreditkarte zahlen. Sie benötigten lediglich die Daten, die auf der Kreditkarte standen, also Kreditkartennummer, Gültigkeitsdatum und Sicherheitscode. Das ändert sich in diesem Jahr.

Ein zweiter Faktor wie beispielsweise eine TAN muss angegeben werden. Dieser zweite Faktor ist unabhängig von der Kreditkarte. So sendet ihn die Bank etwa auf das Smartphone des/r Kreditkarteninhabers/in. Wird die Kreditkarte gestohlen, können die Diebe mit den Kreditkartendaten allein, nichts im Netz bezahlen. Das erhöht die Sicherheit dieses Zahlungsmittels, fügt aber einen Schritt beim Bezahlen hinzu.

Das Ganze nennt sich Zwei-Faktor-Authentifizierung. Die Kreditkartenfirmen und Banken sprechen vom 3-D-Secure-Verfahren.

Was die Zwei-Faktor-Authentifizierung genau ist, hatten wir bereits in unserem Blogbeitrag Online-Shopping: Passwort genügt nicht mehr – Zwei-Faktor-Authentifizierung im September 2019 erörtert.

Welcher weitere Faktor kommt bei der Zahlung per Kreditkarte dazu?

Was für ein Faktor es genau ist, hängt von der Bank ab, von der Sie Ihre Kreditkarte bekommen haben.

Folgende Faktoren sind möglich:

  1. TAN, die Sie per SMS erhalten
  2. TAN, die mit einer App auf Ihrem Smartphone erstellt wird
  3. Passwort per Push-Nachricht aufs Handy
  4. biometrische Daten, die Ihr Smartphone erfasst (Fingerabdruck)
  5. Barcode, der mit dem Smartphone abfotografiert wird

Sicher lassen sich die Banken noch weitere Methoden einfallen, um die Identität der jeweiligen Kreditkarteninhaber sicherzustellen.

Warum kommt 3-D-Secure in Deutschland erst jetzt? Eigentlich ist es doch seit September 2019 in der EU vorgeschrieben?

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist eigentlich seit dem 14. September 2019 Pflicht. Doch wie so oft wenn es in Deutschland darum geht, Digitales umzusetzen gab es Probleme. Deshalb gewährte die Finanzaufsicht Bafin Aufschub. Der ist nun abgelaufen.

Ab diesen Daten ist 3-D-Secure beim Onlinezahlen mit Kreditkarte Pflicht

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Online-Zahlungen per Kreditkarte wird wie folgt eingeführt

  1. Ab 15. Januar 2021 alle Zahlungen ab 250 Euro
  2. Ab 15. Februar 2021 alle Zahlbeträge ab 150 Euro
  3. Ab 15. März 2021 alle Beträge

Wird es Ausnahmen von 3-D-Secure-Verfahren geben?

Stammkund schaft

Wenn Kundinnen und Kunden regelmäßig bei ein und dem selben Online-Shop mit ihrer Kreditkarte zahlen, kann die Bank auf eine weitere Prüfung der Identität verzichten. Das vereinfacht den Einkauf für die Stammkundschaft.

Wert unter 30 Euro

Außerdem muss die Bank bei Zahlungen mit einem geringeren Wert als 30 Euro nicht auf 3-D-Secure bestehen.

Müssen Online-Shopper*innen etwas tun?

Ja, sie müssen bei ihrer Bank das 3-D-Secure-Verfahren freischalten. Hier können sie in der Regel auch wählen, auf welchem Weg der zweite Faktor zu ihnen kommen soll. Will man beispielsweise eine TAN per SMS erhalten, muss die entsprechende Smartphone-Nummer hinterlegt werden. Wer eine TAN per App generiert haben will, der installiert die App seines Kreditinstitutes.

Unser Fazit zur Zwei Faktor-Authentifizierung beim Zahlen im Internet via Kreditkarte

Sicher, es ist ein Schritt mehr, den ein Bezahlvorgang in Zukunft geht. Allerdings sinkt dadurch das Risiko enorm, dass Betrüger mit Ihren Kreditkartendaten zahlen können. Allein dieser Sicherheitsgewinn macht aus unserer Sicht den kleinen Mehraufwand mehr als wett.


Und nächste Woche im Blog:

In der nächsten Woche stürzen wir uns wieder auf unseren Lieblingsmarktplatz: Amazon. Wir verraten Ihnen alles über sogenannte Drittanbieter – inkl. einer Vorlage, mit der Sie um die Rückerstattung der deutschen Mehrwertsteuer bitten können.