Die Sache mit dem * – Warum wir Kund*innen, Händler*innen usw. schreiben

Warum befasst sich der Blog eines Paketdienstleisters mit dem Thema Gendersternchen? Nun, es erreichten uns deswegen kritische Stimmen: Immer dagegen und immer von Männern. Warum wir trotzdem dabei bleiben, erläutern wir jetzt.

Gendersternchen nur ein Lesehindernis?

Seitdem wir vermehrt in unseren Texten auf das sogenannte Gendersternchen (*) achten, erreichen uns Zuschriften, die das kritisch sehen. So fragten Leser – und wenn wir hier Leser schreiben, dann meinen wir tatsächlich ausschliesslich Männer – warum wir dies tun. Die Texte würden sich dadurch schlechter lesen lassen.

Ausserdem sei doch jedem klar, dass mit der männlichen Form von Kunde, Händler usw. auch Frauen gemeint sind. Der kluge Mann spricht vom “Generischem Maskulinum” – also die “geschlechtsneutrale Verwendung maskuliner Substantive oder Pronomen”.1

Sprache bestimmt unser Denken und unser Denken bestimmt die Wahrnehmung der Welt

Tatsächlich nehmen wir eine Berufsbezeichnung nicht als geschlechterübergreifend wahr. Wenn etwa Grundschüler*innen Berufe nur unter maskulinen Bezeichnungen vorgestellt werden, trauen sich die Mädchen diese Berufe nicht zu. Werden die gleichen Berufe unter der männlichen und weiblichen Bezeichnung präsentiert, kommen die Mädchen auf den Geschmack.2

Auch wir Erwachsenen sind kaum dazu fähig, die maskuline Berufsbezeichnung als geschlechtsneutral zu verstehen. Das zeigt folgende Geschichte:

Ein Vater verunglückt zusammen mit seinem Sohn. Der Vater stirbt, der Sohn wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt kommt, sieht den Verletzten und sagt: “Ich kann ihn nicht behandeln, es ist mein Sohn.”

Lösung: Der Arzt ist die Mutter. Aber ehrlich, sind Sie gleich auf die richtige Lösung gekommen? Haben Sie wirklich den Arzt als Frau gesehen?

Wie Worte unser Denken und damit unsere Wahrnehmung der Welt beeinflussen – nicht nur beim Generischem Maskulinum – bringt dieses Video in 5 Minuten auf den Punkt.

Aber das Gendersternchen macht alles so schwer lesbar

Tatsächlich hat auch der Verfasser dieser Zeilen ab und zu Probleme mit dem Lesen von Worten mit Gendersternchen. Doch mit der Zeit gewöhnt sich Mann daran. Das ist sogar gut fürs Gehirn, denn Ungewohntes trainiert den Geist.3

Zudem bedeutet das Gendersternchen, dass neben Frauen und Männern auch Menschen mitgemeint sind, die sich keinem Geschlecht zugeordnet fühlen. Damit ist dieses kleine Zeichen doch eine effektive Schreibweise, um Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen.

Zum Abschluss ein Versprechen

An dieser Stelle möchte der Schreiber dieses Textes Ihnen versichern, so oft es geht, auf das Gendersternchen zu verzichten. Stattdessen sucht er synonyme Worte heraus, die von vornherein geschlechtsneutral sind. So werden etwa aus Ihnen geneigte Leser*innen die geneigten Lesenden.

Sternchen ist uns wichtig weil:

Die Schreibweise Kund*innen statt nur Kunden ist aus unserer Sicht sehr wichtig. Wir wollen alle Menschen mit unseren Artikeln, News und Mails ansprechen. Und wenn dadurch ab und zu der Lesefluss gestört wird, freuen Sie sich über das kostenlose Gehirntraining.


Nächste Woche haben wir für Sie

Welche Fallstricke gibt es beim Käuferschutz? Wie nutzen Sie ihn richtig und welcher Käuferschutz bietet welche Vorteile? Am kommenden Freitag verraten wir es Ihnen.


Quellen:

  1. “Generisches Maskulinum”, auf Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Generisches_Maskulinum (abgerufen am 07.04.21)
  2. vgl. “Warum es nicht ausreicht, Frauen „mitzumeinen“” von Paula Leocadia Pleiss, https://www.welt.de/kmpkt/article194491179/Generisches-Maskulinum-Warum-es-nicht-ausreicht-Frauen-mitzumeinen.html (abgerufen am 07.04.21)
  3. vgl. “Im Alter viel Neues” von Adelheid Müller-Lissner, https://www.tagesspiegel.de/wissen/geistige-fitness-im-alter-viel-neues/1814972.html (abgerufen am 07.04.21)